Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Platine herstellen / ätzen etc.
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01.07.2002, 03:41
Hallo <BR> <BR>Ich hab mir viele Beiträge von Herrn Bungard durchgelesen und bin doch von vielen Sachen verblüfft. Aber das mal beiseite erstmal. Ich musste mal wieder diese Woche, nach einem Jahr, eine Platine herstellen und das so schnell wie möglich. Also Auto geschnappt und ab zur ehemaligen Ausbildungswerkstatt. Der Schock stand tief. Die Geräte etc. die sie hatten waren mehr als veraltet. Ich konnte mein Eagle 4.0 Layout nicht ausdrucken etc. Eine Zwischenfrage, wo bekommt man günstig "Matte Laserfolien" her? Sprühätzanlage und Belichtungsgerät war beides von Bungard, wobei die Ätzanlage ein katastrophaler Zustand aufwies. Das Belichtungsgerät war natürlich das Glanzstück und hätte ich gerne mit nach Hause genommen. Doppelseitiges Belichten - Timer - Vakuum Befestigung etc. Ok da hab ich die schöne Bungardplatine belichtet. STOPP - Ich mache keine Werbung für Bungard. Geh nun zur Sprühätzmaschine, die vorher aufgeheizt wurde und legte los. 1. Der Entwickler war alt, sehr alt 2. Das Ätzmittel war noch älter. Wenn die Aufkleber stimmen, dann wurde alles Dezember 2001 gewechselt. Dementsprechend sah auch die Platine aus. Ich brauchte satte 8 Minuten für die Platine. Tausende Haarrisse und dauernd kleine Kontaktierungen zwischen engen Leiterbahnen. Der Horror pur und ich hätte gleich heulen können. Nun hab ich keinen Prototyp und bin im Entwicklungsverzug, da ich 10 Tage auf die Platine von PCB-Pool warten muss. Warum ich das alles schreibe, weil ich nun endlich selber eine Möglichkeit suche Platinen herzustellen. Ich suche aber gute Geräte, die auch für enge Leiterbahnen geeignet sind. Die Ätzanlage braucht nur eine Europlatine aufnehmen, dass reicht mir schon. <BR> <BR>Ich such also so günstig wie möglich: <BR> <BR>1. Eine Ätzanlage <BR> <BR>Ich weiß nicht welche, da ich immer nur mit einer Sprühätzanlage gearbeitet habe, was ist mit dem Schaumätzgerät oder durch Tauchverfahren? Dazu muss ich sagen, dass ich eine Ätzung nur in der Wohnung machen kann, daher soll die Methode Platz sparend gut und Sicher sein. <BR> <BR>2. Belichten <BR> <BR>Ich mach eigentlich nur noch zweiseitige Platinen und daher brauche ich eine gute Möglichkeit dies zu belichten <BR> <BR>3. Durchkontaktierungen <BR> <BR>Welche ist die beste Möglichkeit für einen Heimanwender eine Durchkontaktierung zu schaffen? Einfache Holnieten ? <BR> <BR>4. Entsorgung / Lagerung <BR> <BR>Herr Bungard hat etwas darüber geschrieben, aber so richtig schlau wurde ich nicht daraus. Und was ist nun das beste Ätzmittel? <BR> <BR> <BR>Ein Frage hätte ich noch, wie behandelt man am besten die Platine nach dem Ätzen? Mein ehemaliger Ausbilder meine Plastikspray, aber nach der ganzen Geschichte dort traue ich ihm nicht. Außerdem denke ich, dass das Zeug mehr als schädlich ist. Eine Möglichkeit für eine kostengünstiges verzinnen der Leiterbahnen suche ich auch noch. Frage über Fragen, es sollte ein FAQ für dieses Thema geben. Übrigens ich hasse Ätzen =) <BR> <BR>Liebe Grüße <BR> <BR>Tim
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02.07.2002, 19:47
Hallo Tim, <BR> <BR>die Ätzmaschine bei der Ausbildungswerkstatt braucht wohl eine neue Füllung Ätzmittel, und Entwickler soll man eh immer frisch ansetzen. <BR> <BR>Zu den ganzen übrigen Punkten haben wir in diesem Forum doch schon fast alles gesagt. Das muss doch jetzt nicht nochmal wiederholt werden. <BR> <BR>Bitte die Mühe machen und noch mal in Ruhe nachlesen. Weitere Informationsquellen gibt es noch z. B. bei eagle.userchat.ger und bei e-online <BR> <BR>mfg <BR> <BR>D. Bungard
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02.08.2002, 10:37
Folien als Vorlage müssen nicht sein, Papier (nur drauf achten, daß der Ausdruck sauber ist, glänzendes Fotopapier) tut es auch. Seitenverkehrt drucken, Schicht-auf-Schicht belichten. Das dauert natürlich dann viel länger als mit Folie, aber die Zeit hat man meist (Richtwert mit UV-Röhren 30min). <BR>2-seitig: <BR>Wenn man seine Platine geschickt plant, kann man ohne Durchkontaktierungen auskommen, indem man die Bauteile auf BEIDEN Seiten lötet. Das geht natürlich nur, wenn das Bauteil selbst die Anschlüsse auf der Oberseite nicht verdeckt. Also, liegende Widerstände-kein Problem. Gedrehte IC-Fassungen kann man auch relativ gut beidseitig löten. Wie gesagt, etwas Planung beim Layout, dann kann man eine Menge machen. <BR>Belichten von 2-seitigen Platinen: <BR>Beide Vorlagen ausdrucken. In beide Vorlagen(!) zwei Bohrungen mit einem 0,8mm Bohrer anbringen (dazu 2 Lötpunkte wählen, die möglichst am Rand liegen und sich diagonal gegenüber liegen). Natürlich auf der Löt/bzw. Bestückungsseite die korrespondierenden Löcher nehmen....... <BR>Nun eine der Vorlagen auf das zu verwendende Basismaterial mit der Schichtseite nach unten legen und mit Tesafilm anheften. Dann vorsichtig mit der Vorlage als Schablone die beiden Löcher durch das Platinenmaterial bohren. <BR>So, kommen wir zum Belichten: Mit zwei Stiften (0,8mm Bohrerschaft, defekte Bohrer dafür aufheben), die man durch die Vorlage und das von der Schutzfolie befreite Platinenmaterial steckt, kann man beide Seinen exakt ausrichten. Nacheinander beide Seiten belichten, nur darauf achten, daß die Vorlage auch sauber fixiert ist. Das ganze geht viel einfacher, als es klingen mag. <BR>Danach wie gehabt entwickeln und ätzen. Habe nach dieser Methode unzählige doppelseitige Platinen angefertigt, bei denen alles exakt passend war. <BR>Noch eins zum Plastik-Spray: <BR>Nach dem Löten und ggf. kürzen der Anschlußdrähte und nach Funktionsprüfung putze ich die Platine mit einer alten (OK, gebe zu, kannst auch 'ne neue nehmen...) Zahnbürste und Brennspiritus, damit sie schön funkelt. Danach in warmem Seifenwasser waschen und schön warm abspülen (es gibt nur wenige Bauteile, bei denen man mit Wasser vorsichtig sein muss). Trocknen, z.B. Fön. Dann wird die Unterseite mit einem Schutzlack überzogen. Dazu ist Plastikspray nicht übel, aber ich habe eine Abneigung gegen das Sprühen in geschlossenen Räumen. Da es sich auch nur um einen schnelltrocknenden Kunstharzlack handelt, kann man sicherlich auch normalen Klarlack mit dem Pinsel dünn (!) auftragen.
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