Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bleifreie Geräte und Sonderregelungen?
Das Thema wurde hier ja noch nicht angesprochen und auch in anderen Foren sind die bisherigen Infos recht rahr gesät und zum Teil wiedersprüchlich.
Was feststeht ist ja, dass ab 1.6.2006 (fast) keine Geräte mehr produziert und verkauft werden dürfen, die bleihaltiges Lot enthalten. Langsam fangen die Kunden an bereits heute die Umsetzung dieser Regelung zu fordern. Nach dem Motto, wenn das Gerät bei mir über ein Jahr im Lager liegt dann darf ich es ja nicht mehr verkaufen.
Klar, absolut nicht machbar. Unser Leiterplattenbestücker hat mir gerade mitgeteilt, dass die Umstellung höchstwahrscheinlich zum Stichtag erfolgt. Also müssten wir bis dahin unser Lager abverkaufen und genau am Stichtag wieder auffüllen. Ebenfalls nicht möglich.
Wenn Ihr ein paar interessante Infos und oder Adresse zu dem Thema habt, möchte ich euch, bestimmt auch im Interesse anderer, bitten diese hier zusammenzutragen.
Hier findet Ihr schon mal jede Menge Infos: http://www.zvei.de/index.php?id=2173
Ich habe noch nicht alles komplett durchgearbeitet. Wie gesagt, dass hier soll ein Aufruf zur Informationssammlung und Diskussion sein.
[Edit] hier der wichtigste Link, das ElektroG (http://www.bmu.de/abfallwirtschaft/downloads/doc/5582.php).
MfG
Bin noch am Durcharbeiten der Dokumente aber folgender Auszug aus dem ElektroG macht die ganze Panik eigentlich unnötig:
Auszug aus ElektroG §5 Absatz 1:
Satz 1 gilt nicht für Elektro- und Elektronikgeräte der Kategorien 8 und 9 und nicht für Elektro und Elektronikgeräte, die vor dem 1. Juli 2006 erstmals in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union in Verkehr gebracht werden.
hi,
alle wollen natuerlich im gruenen Maentelchen Geld verdienen oder sparen:
Infineon kuendigt 'unrentable ?' Microcontroller ab, weil die Umstellung angeblich zu teuer ist.
Die Distributoren wollen alte Bauteile nicht mehr liefern, weil es dann angeblich verboten ist.
Die Gesetzgeber sind total orientierungslos und labern nur noch dummes Zeug:
1. Vom gesamten (industriellen) Blei auf der Welt sind denn wieviel Prozent im Loetzinn ?
2. Nach dieser Gesetzgebung
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/elektrog.pdf
darf dann beispielsweise eine Kuechenwaage immer noch voll mit Blei gepumpt sein. guten Appetitt :D
ist das :) Ganze eine CHINESENBREMSE ? :)
Peter Dannegger
03.03.2005, 23:30
ist das :) Ganze eine CHINESENBREMSE ? :)
Nein, die löten auch mit Spucke, wenn der Kunde es fordert.
Es geht nur darum, den einheimischen Mittelstand fertig zu machen.
Ich habe auch gerade mit den 4 ersten IC-Abkündigungen deswegen zu kämpfen.
Viele kleinere Firmen werden die Umstellung wohl nicht überleben.
Peter
Was wird passieren?
-Nicht alle Lötautomaten lassen sich auf das neue Medium umstellen,
-Nicht alle Bauteile kommen mit den neuen Lötbedingungen zurecht, die Ersatztypen werden sicher ein paar Cent teurer ausfallen,
-Dampfphasenautomaten müssen komplett neu befüllt werden,
-Das neue Zinn ist teurer,
-Da ab 2006 kein Bleizinn mehr verarbeitet werden darf, wohl aber Geräte auf den Markt dürfen, die schon vor 2006 existierten, werden nicht EU Hersteller konkurierender Technologien den Markt aufrollen.
-große Hersteller die es sich leisten können, werden einen weiteren Grund sehen ihre Produktion zu verlagern. Neue Lötautomaten kann man auch im neuen Fernostwerk installieren. Eine Fertigung ohne Löttechnik geht nicht, ergo geht auch die Fertigung aus D weg.
-Der Klein und Mittelstand in D hat kaum Gelder für neue Investitionen, .....
Olle Erich hat mal gesagt, "ein Land ohne Rohstoffe muß Hochtechnologie produzieren, um dieses Manko auf dem Weltmart zu kompensieren" Deutschland ist gerade dabei, sich auch diese letzte Chance zu nehmen. Leider hat man absolut keine Möglichkeit an dieser Sache etwas zu ändern. Man kann nur mit dem Kopf schütteln und versuchen, das Beste draus zu machen.
Wenn ich das ElektroG richtig interpretiere, dann betrifft die Pflicht bleifreie Lote etc. zu verwenden nur Neugeräte, die erst nach dem 1.6.2006 erstmals in Verkehr gebracht werden. Geräte, die vorher erstmals in einem Mitgliedsland der EU in Verkehr gebracht wurden sind ja von dem Stoffverbot ausgenommen.
Das sollte eigentlich weniger ein Problem sein. Problematisch sind da eigentlich nur die Abkündigungen, die komplette Neuentwicklungen notwendig machen.
§6 Absatz4
(3) Jeder Hersteller ist verpflichtet, der zuständigen Behörde jährlich eine insolvenzsichere Garantie für die Finanzierung der Rücknahme und Entsorgung seiner Elektro- und Elektronikgeräte nachzuweisen, die nach dem 13. August 2005 in Verkehr gebracht werden und in privaten Haushalten genutzt werden können. Dies gilt nicht für Elektro- und Elektronikgeräte, für die der Hersteller glaubhaft macht, dass sie ausschließlich in anderen als privaten Haushalten genutzt werden oder dass solche Geräte gewöhnlich nicht in privaten Haushalten genutzt werden. Die Garantie kann zum Beispiel in Form einer Versicherung, eines gesperrten Bankkontos oder einer Teilnahme des Herstellers an geeigneten Systemen für die Finanzierung der Entsorgung von Altgeräten, wie einem System, das auf der Berechnung nach § 14 Abs. 5 Satz 3 Nr. 2 beruht, gestellt werden.
ist aber der Oberhammer. Die KMU sind größtenteils sowieso absolut an der Kotzgrenze und nun wird eine insolvenzsichere Garantie für die Finanzierung der Rücknahme und Entsorgung gefordert. Die wird aber selbst von größeren Unternehmen nicht möglich sein. Damit werden nicht nur einige Unternehmen vom Markt gefegt sondern es wird Existenzgründern so gut wie unmöglich gemacht eine Firma zu gründen, die Konsumgüter produziert.
high-tech ? was ist das ?
die besten Zahnstocher (aus Holz) kommen aus D-land !
Wenn ich das ElektroG richtig interpretiere, dann betrifft die Pflicht bleifreie Lote etc. zu verwenden nur Neugeräte, die erst nach dem 1.6.2006 erstmals in Verkehr gebracht werden. Geräte, die vorher erstmals in einem Mitgliedsland der EU in Verkehr gebracht wurden sind ja von dem Stoffverbot ausgenommen. ich glaube, da laeuft noch eine Anfrage im Bundestag, ob das genau so gemeint ist, wies da steht. Hab den Schrieb dazu leider verlegt. Es kann dazu fuehren, dass man ploetzlich zwei Loetanlagen da stehen hat, eine mit Blei und eine ohne. (solange das unverbleite Zinn viel teurer ist und auch noch viel mehr Energie frisst (wegen der hoeheren Temperaturen))
Das sollte eigentlich weniger ein Problem sein.Doch, die Distributoren beispielsweise sehen das gar nicht so und wollen nichts verbleites mehr liefern.
Problematisch sind da eigentlich nur die Abkündigungen, die komplette Neuentwicklungen notwendig machen.
§6 Absatz4
[/left]
ist aber der Oberhammer. Die KMU sind größtenteils sowieso absolut an der Kotzgrenze und nun wird eine insolvenzsichere Garantie für die Finanzierung der Rücknahme und Entsorgung gefordert. Die wird aber selbst von größeren Unternehmen nicht möglich sein. Damit werden nicht nur einige Unternehmen vom Markt gefegt sondern es wird Existenzgründern so gut wie unmöglich gemacht eine Firma zu gründen, die Konsumgüter produziert.ja, das fuehrt dazu, dass wenn moeglich, nichts mehr aus D an Private geliefert wird :((Letztere werden ja eh zum groessten Teil aus dem gelben Reich beliefert). Schliesslich muessen sich die riesigen Fernost-Investitionen der Grossindustrie auch rentieren ;)
@Rudo
So weit ich das bis jetzt mitbekommen habe sollte es doch beim Löten keine Probleme geben, wenn ich in der Überganszeit bleifreie Bauteile mit bleihaltigem Lot und Bleihaltigen Bauteilen zusammen verarbeite. Also ist es mir eigentlich recht egal, ob mein Distri mir das Bauteil mit bleifrei oder bleihaltig verzinnten Anschlüssen liefert. Jedenfalls, was Handbestückung anbetrifft. Ob die Lötbäder bei größeren Herstellern daurch in Mitleidenschaft gezogen werden, da hab ich keine Ahnung.
@Steffen,
ich meinte was anderes: einige Distris wollen den Anschein erwecken, dass sie Bauteile, die nicht umgestellt werden, nach dem Stichtag nicht mehr ausliefern duerfen. Dabei hoffen die wohl insgeheim, dass man dann seine Lagerbestaende verschrottet, sofort neu entwickelt und alles neu kauft.
@Rudo
Stimmt, die Variante habe ich noch gar nicht in Betracht gezogen. Damit lässt sich natürlich jede Menge Geld verdienen, wenn die Kunden drauf eingehen.
Hi alle
Ich habe hier noch ein großes Lager diverser Bauteile, tausende ICs und Transis, von passiven Bauteilen mal abgesehen.. Was passiert damit? Darf ich diese weiterverwenden,oder muss ich die dann auf die Halde kippen? Das wäre sozusagen ein Totalverlust, wenn diese minimal bleiverzinnten Bauteile nicht mehr verwendet werden dürfen. Für die Hersteller dagegen eine Goldgrube, da alles neu gekauft werden muss.
Irgendwo hab ich mal den Grenzwert von 0,1 % PB auf die Gesamtmasse gelesen (Platine) also dürften theoretisch die Bauteile weiter vermurkst werden??
Genaueres weiß ich trotz intensiven Suchens auch nicht.
Zu der Sache kann ich nur sagen:
Willkommen in Absurdistan ( Deutschland)
Tippfix
>>Willkommen in Absurdistan ( Deutschland)
Vor allem macht das alles keinen Sinn, wenn die Geräte MIT Blei dann wieder importiert werden. Dafür werden unsere Waren aber wieder teuer und es geht weiter bergab. Guten rutsch...
Ich denke mal das sich, wie üblich, die größten Umweltverschmutzer, die USA, nicht daran halten?!
ich glaub, die amis ueberlegen noch :rolleyes:
ob das bleifrei umweltschonender ist, kannste so gar nicht sagen.
Weil naemlich bei bleifrei die Loettemperatur bis zu 40°C hoeher liegt, ist mehr Energie notwendig, was naturlich die Umwelt mehr belastet. Da das bleifrei Verfahren ist auch noch weiterhin so unguenstig, dass an allen Anlagen mindestens der Tiegel ausgetauscht werden muss. Der muss naemlich dann aus dem saeurefesten VA4 und nicht mehr VA2 Edelstahl bestehen. Das kostet natuerlich auch noch mal jede Menge Energie, um das Zeugs herzustellen und auszutauschen usw.
Und wo wir schon dabei sind, was ist mit den Tiffany-Lötern, den Dachdeckern, Heizungsbauern und Installateuren? Gut, die letzteren quetschen ihre Leitungen schon gelegentlich, ist denen meistens aber auch noch zu teuer.
Hi Winnie,
das ist ja gerade das kaputte an der Sache, auch Heizungsbauer und Dachdecker dürfen kein Blei mehr verwenden , also ein generelles Verwendungsverbot von Blei.
Nichtmal Angler dürfen dann Bleikugeln als Gewicht nehmen, die entsprechenden Verordnungen habe ich schon gelesen.
Weil das Thema Bleikugeln.. bei der BW wird URAN-haltige munition noch immer verwendet, ist das harmlos? Warum regt sich darüber kein Politiker auf?
Auch die normale Soda (Na2CO3) wurde bereits als GEFAHRSTOFF eingestuft !! Der Schwachsinn lässt grüßen.
Verückt sowas!
Tippfix
Edit: die Klempner nehmen dann anstelle Cu-Rohr Plasterohr mit Klebefittings und ÜG-Verschraubungen, der Spaß ist dann 3x so teuer..
Hi Winnie,
das ist ja gerade das kaputte an der Sache, auch Heizungsbauer und Dachdecker dürfen kein Blei mehr verwenden , also ein generelles Verwendungsverbot von Blei.
Nichtmal Angler dürfen dann Bleikugeln als Gewicht nehmen, die entsprechenden Verordnungen habe ich schon gelesen.
Hallo Tippfix,
das wusste ich nicht, dass die auch nicht mehr damit arbeiten dürfen. Ich dachte es gilt mal wieder nur uns Platinenfreaks. Na ja, was soll's dann werden eben auch die Lötkosten an die im Allgemeinen, überhöhten Bauteile- und restlichen Materialkosten angeglichen.
Gruß Winnie
PS. Ich habe mir letzte Woche erst 5000 Diabolo-Luftgewehr Munition gekauft - aus Blei?! Sind die denn erlaubt?
Da mich die ersten Kunden pisacken habe ich mich mal nach RoHS konformen Bauteilen (vorrangig SMD-Widerstände/Kondensatoren) umgesehen. Bei RS z.B. keine Angabe. Farnell hat die Bauteile anscheinend bereits Größtenteils umgestellt. Die Nachfrage bei unserem (und ein paar anderen regionalen) Bestücker(n) ergab 100%-ige Umstellung definitiv erst zum Stichtag.?
Über eine holländische Firma würde ich Platinen allerdings problemlos sofort komplett bleifrei bekommen. Die Fertigung wäre dann allerdings in Indien, China oder Korea. Ich wollte aber soweit möglich schon unsere Wirtschaft unterstützen und nicht den "gelben Vormarsch" (!!! Ironie, bin kein Faschist!!!).
Leider fertigen wir größtenteils OEM Produkte. Werden die für Neuentwicklungen eingesetzt, dann fordert der Kunde zu Recht RoHS-Konformität. Die kann ich momentan aber leider nur für fast den doppelten Preis liefern, da viel Handarbeit drin stecken würde.
Was habt ihr da für Erfahrungen bzgl. Beschaffung, Leiterplattenfertigung und Bestückung?
Wenn ich das ElektroG richtig interpretiere, dann betrifft die Pflicht bleifreie Lote etc. zu verwenden nur Neugeräte, die erst nach dem 1.6.2006 erstmals in Verkehr gebracht werden. Geräte, die vorher erstmals in einem Mitgliedsland der EU in Verkehr gebracht wurden sind ja von dem Stoffverbot ausgenommen.
hi,
zu welcher Interpretation haste dich denn jetzt durchgerungen :
duerfen 'Altentwicklungen' prinzipiell auch noch nach dem Stichtag mit Blei verloetet werden (bzw. mit verbleiten Bauteilen bestueckt werden) ?
@Rudo
Nach dem Wortlaut des ElektroG würde ich sagen, dass das Stoffverbot nur für Neuentwicklungen gilt. Bereits auf dem Markt befindliche Geräte dürfen demnach weiter mit bleihaltigem Lot verlötet werden.
Kann allerdings gut sein, dass ich das falsch interpretiere.
wir sind bestimmt nicht die einzigen, die da nicht durchblicken :D
Powered by vBulletin® Version 4.1.7 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.