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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kondensatorwert?



Maximil
14.03.2005, 15:55
Hallo,
wie lege ich eigentlich am besten den Wert für ein Glättungskontensator fest und wann nehme ich einen Tanal dazu? Gibt es bestimmte Regeln, oder muss die gemessene Welligkeit einfach gut sein:-)Mir fehlt leider etwas die Erfahrung, vielleicht könntet ihr mir kleine Anregungen geben:-)
Gruss
Max

husky2
14.03.2005, 16:34
Hallo,

1000µF pro Ampere ist so eine Richtregel.

mfg
hannes

elmar
15.03.2005, 13:45
Hi,


Hier ein paar Formeln:

Beim gleichrichten erhöht sich die Spannung um den Faktor Wurzel(2) = 1,44.
Eine 10V Wechselspannung hat nach dem Gleichrichten und glätten eine Spannung von ca. 14V, wenn sie unbelastet ist.

Die Gleichrichterdioden erzeugen einen Spannungsabfall von typisch 0,7V. Bei der Ein- und Mehrwegegleichrichtung ist die Gleichspannung also um 0,7V geringer. Bei der beliebten Vollbrücke, auch Graetzbrücke genannt, beträgt der Verlust satte 1,4V, weswegen der Gleichrichter bei hohen Strömen Verlustleistung erzeugt, die abgeführt werden muß. Einzeldioden also mit Abstand auf die Platine bringen, fertige Brückengleichrichter ebenfalls oder bei extrem hohen Strömen einen Kühlkörper verpassen oder ans Gehäuse der Schaltung schrauben.

Pro maximal entnommenen Ampere sollte man mindestens 1000µF zum Glätten verwenden.
Je mehr desto besser und immer den nächsthöheren, verfügbaren Wert verwenden - nie abrunden! Noch besser sind 2200µF pro Ampere, je mehr desto besser. Aber Vorsicht, beim Einschalten ist der Kodnensator leer und will geladen werden. Die hohen Einschaltströme können die Sicherung vor dem Trafo durchbrennen lassen obwohl der Betriebsstrom weit drunter liegt. Daher immer mT (mittelträge), besser noch T (Träge) Sicherungen verwenden! Je mehr Kapazität desto besser, aber desto höher der Einschaltstrom. Daher nicht übertreiben.

Der dicke Siebelko ist träge. Daher sollte man dem um hochfrequente Störungen zu eliminieren noch ein paar kleinere, flottere Kondensatoren zur Seite stellen. Wenn man kleinste Peaks möglichst gut unterdrücken will, so sollte man zusätzlich noch ein paar keramische Kondensatoren dabeipacken. Hier ist der Wert nicht so wichtig, es sei denn, die zu erwartenden Störungen sind bekannt. In der Praxis hat sich ein 100µF bis 470µF Elko und ein bis zwei 100nF Keramik- oder Folienkondensatoren parallel zum Elko bewährt. Für ein simples Netzteil sind die aber nicht nötig. Wichtig werden die aber, wenn man empfindliche Schaltungen anschließt und das Netz durch schaltende induktive lasten "verseucht" ist. (Kühlschrank, viele Leuchtstofflampen, ...)

Der Regler braucht eine höhere Spannung um richtig regeln zu können. Die Spannungseinbrüche des Brumms, den der Siebekko ja nur endlich verringern kann müssen mindestens 1V höher sein, als die Ausgangsspannung. Möchte man also 5V haben, so sollte man am besten einen 6V Trafo einsetzen.

Linearregler schwingen gerne. Daher unbedingt Kondensatoren möglichst nahe (elektrisch und Räumlich) am Regler selber anbringen. Im inneren sitzt ein Transistor, der bei unterspannung geöffnet wird und bei überspannung geschlossen. Das macht der fast digital, die Kondensatoren verhindern dass dadurch Stufen beim Regeln entstehen, zwischen denen der Regler hin- und herspringt. Auch werden starke Lastschwankungen von den Kondensatoren etwas abgefedert, bis der Regler reagieren kann. Bei den LM317, 78xx o.ä. sollten es vor und hinter dem Regler 10µF sein.

Gruß
Elmar