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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sekundär-Wicklungen parallel schalten?



Tim23
08.10.2005, 13:34
Hallo,

habe zwei identische Trafos bei denen ich die Sekundär-Wicklungen parallel schalten möchte, nehme ich da am besten zwei Brücken-Gleichrichter (für jeden Trafo) oder nur einen? Ich glaube zwei wären besser, da sonst Ausgleichsströme fließen können, ganz so identisch ist ja kein Trafo.

Gruß
Tim

Rudo
08.10.2005, 14:14
Fuer eine Einzelloesung kannste alles mal ausprobieren - Tannebaeumchen zusammenloeten und einen digitalen Energiemesser vorm 230V-Anschluss zwischenschalten, Gleichrichter auch mal belasten.

MacSeck
08.10.2005, 15:01
jeden Trafo eigens gleichrichten, und dann parallel schalten, so ist´s richtig. Geht auch meist besser, weil man statt eines fetten Gleichrichter auf zwei kleine ausweichen kann (weiß ja nicht wieviel Kiloampere es sein sollen), aber das geht ganz gut. Ich würde im Kleinleistungsbereich (so <10A) vor dem Parallelschalten jedem Stromkreis noch mal so 1/2 Ohm oder 0,33 oder in der Größenordnung spendieren, je nach, genauso wie man es bei Parallelschaltung von Leistungstransistoren macht.
Tipp: Ich benutze ganz gerne fette Glühlampen (je nach Platz im Gehäuse), so z.B. eine H1 Birne oder eine H3 oder sowas (findet man auf jedem Schrottplatz, oder im Baumarkt in der Billigkiste). Meist bewegt es sich so im 12..24V Rahmen (Reihe oder einzeln, oder 24V LKW-Lampe); die Dinger machen um die 50..60W sprich 5A bei 12V - oder eine H4-Lampe (da einfach die Glühfäden parallel schalten, oder in Reihe bei 24V); ergibt ein schönes, weiches Netzteil, und das auch noch kurzschlußfest. Im Falle...des... fressen halt die Lampen erstmal die Energie weg und lassen einer Sicherung Zeit, auszulösen. Bei einem "harten Netzteil" hat idR. der Leistungstransistor keine Zeit, die Verlustwärme schnell genug abzuführen (außer aufwändige Elektronik macht das Ding idiotensicher).
Ein Denkfehler, der bei diesem Ansatz schnell gemacht wird, sind die "uiii, soviel Ohm in Reihe" - Bsp. 60W 12V Lampe --> 5A R=U/I --> 12/5 etwa 2 Ohm --> "uiiiii" --> stimmt ja garnicht! Im Normalfall / Normalbetrieb hat die Lampe einen Kaltwiderstand der gut 10mal niedriger liegt, d.h. die schlägt gerade mal mit 0,2 Ohm zu Buche - und das entspricht etwa dem Pi-mal-Daumen Symmetrierwiderstand. Allerdings steckt die Lampe im Fall des Falles dann gute 60W weg, oder sie schmort durch, was dann auch wieder einer Schmelzsicherung gleichkommt.

Ich bin bis dato gut mit solchen Lösungen klargekommen.

Gruß (MAC)-"Linear"-Seck...

Winne
08.10.2005, 15:01
Vorsicht vor Rückspannung beim direktem Paarlellschalten von Sekundärwicklungen !!!

Hinter Gleichrichter o.k.
Lastverteilung geht immer zu Ungunsten des etwas niederohmigeren bzw. Spannungsstärkeren. Daher Widerstände 0,1 -1 Ohm hinter die Brückengleichrichter schalten (mindestens in einem Zweig , je nach innenwiderstand der Spannungsquellen).

elmar
08.10.2005, 16:16
Hi,

will man auf den Gleichrichter verzichten, so kann man es mal probieren. Aber generell ist davon abzuraten. Da leiber zwei Trafos mit halber Spannung in Reihe schalten.

Will man Gleichspannung haben, so kommt man auch mit zwei Dioden statt 8 aus. Man fasst die beiden Trafos zu einem mit Mittelanzapfung zusammen und benutzt die klassische Zweiwegegleichrichtung. So entfällt sogar noch etwas an Spannungsabfall.
In der Zweiwegegleichrichter Schaltung laufen die Trafos abwechselnd, der eine für die positive Halbwelle, der andere für die Negative. Erst mal scheint es da keinen Vorteil zu geben, aber man kann die Trafos jetzt doppelt so stark belasten, also das Ergebnis ist ein doppelt so hoher maximalstrom. Den Trafo interessiert ja nicht der Strom an sich, sondern die Verlsutleistung in seinem Inneren. Und wenn der sich jede halbwelle ausruhen kann, kann man doppelt so viel Strom entnehmen.

Gruß
Elmar

Winne
08.10.2005, 19:03
@ elmar

[Klugscheißer]
"Zweigegleichrichtung mittels zweier Trafos."
Das hat einen Haken, da zwei Trafos mit separaten Kernen beteiligt sind, werden diese durch den Gleichstrom im Sekundärkreis magnetisch polarisiert. Das führt zu einer Erhöhung der assymetrischen Verteilung des Magnetflusses welcher damit in den Bereich der Sättigung des Kernes vordringt und somit zu einer Begrenzung der übertragbaren Leistung führt (siehe Transduktor (http://www.adlexikon.de/Transduktor.shtml), das Prinzip wurde als Leistungverstärker in Vortransistorzeiten für Hohe Leistungen benutzt). Da aber eh im Grenzbereich derselben gearbeit werden soll ist mit einem heftigen Ansteigen der Verlustleistung zu rechnen, was auf die Effizienz schlagen dürfte.
[/Klugscheißer]

elmar
08.10.2005, 19:04
Hi,


woops, stimmt - habe ich gar nicht dran gedacht. Sorry!

Gruß
Elmar

edgar
08.10.2005, 19:18
Rudo,

hast Du gute Beziehungen zum Weihnachtsmann...? denn:

" Fuer eine Einzelloesung kannste alles mal ausprobieren - Tannebaeumchen zusammenloeten und einen digitalen Energiemesser vorm 230V-Anschluss zwischenschalten, Gleichrichter auch mal belasten."

Wenn ich Tannenbaeumchen lese und an die weihnachtliche Romantik denke,
dann schmiltzt mein Herzel

...hat ER auch ein einen weissen Ponpon auf seiner roten Muetze? :)

wie soll TIM23 jetzt schalten ? er hat den robusten Brueckengleichrichter schon in der Hand !

Rudo
08.10.2005, 19:47
@Ed,
bei uns hiessen diese dreidimensionalen zusammengeloeteten Gebilde von elektronischen Bauelementen "Tannebaeumchen".
Ich meinte, er soll einfach alle Alternativen ausprobieren und mit dem Energiemesser kontrollieren (die koennen sogar separat Schein-Wirk- und Blindleistung anzeigen).
P.S.:
(Reichelt bewirbt gerade son Teil mit drei LCD-Zeilen fuer 15,xx Euro)

MacSeck
11.10.2005, 14:56
zu all den coolen Sprüchen und Verwirrungen, fehlt natürlich noch einer von mir: :p

Scheinleistung braucht man nicht messen, die scheint ja nur...
(es sei denn, Die Schein-Leistung pro Stunde der Falschgeld-Druckmaschine.., die sollte man optimieren!!!)

Blindleistung dto. Die sieht das nämlich nicht! (gelben Aufkleber mit drei schwarzen Punkten drauf und weißen Stock dazu).. dann sehen es die anderen wenigstens.

und die Wirk- (bzw. Würg-Leistung beim Blick auf die Stromrechnung; sorry, aber da wird´s mir jedesmal übel...) - na ja, die sollte man dann doch bezahlen. :)