Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verschleiß von Mainboards
Nachdem mir neulich ein Mainboard krepiert ist (war aber schon >3 Jahre alt), hier mal eine Frage die mich schon immer interessiert hat:
WAS GEHT AN EINEM MAINBOARD EIGENTLICH KAPUTT???
Mal ein paar Ideen die ich dazu habe:
1. Elkos der Schaltregler (Elektrolyt wird weniger, Kapazität nimmt ab, Rippel wird irgendwann zu gross???) Und dann, Bits geraten durcheinander, Tristate-Ausgänge werden falsch gesetzt, Kurzschluß->kaputt?
2. Irgendwelche Flash-Speicher erreichen ihre maximale Anzahl Schreibzyklen?
3. Sonstige Kondensatoren/Elkos gehen mit der Zeit kaputt
4. Kleine vorprogrammierte "Sollbruchstellen" erzeugen nach einer bestimmten Anzahl von Boots einen hübschen Kurzschluß? :D
Sonst noch Ideen?
Oh und wo wir schon dabei sind: Was macht ein LM324 Uralt-Operationsverstärker auf meinem niegelnagelneuen Mainboard ??? :eek:
Die Elkos am Schaltregler sind immer in Verdacht, auch wenn nicht älter als 1 Jahr.
Der gute alte LM324 macht immer noch das, was ein guter OP machen soll.
Und das auch noch sehr billig .
Elektrikser
17.03.2006, 19:53
Die Nr.1 ist der Hauptverdächtige. Wenn der ESR der Elkos zu groß wird, gibt es irgendwann Rauchzeichen oder andere Ausfälle...
Gruß Gerd G.
Robert_1
17.03.2006, 20:08
Ja, die Elkos sind fast immer kaputt.
Tausch gegen was richtiges (Rubycon MBZ, ZL, Chemicon KZ, Panasonic FC).
Irgendwelche normalen oder auch 105° Hitemp Elkos haben um Faktor 10 zu großen ESR und dann zerlegt es dir sehr effektvoll die ganze Schaltung.
BTW, ich hatte seltsamerweise mit meinem eigenen Zeug noch nie Ärger, Elkoausfälle nur in Kundenrechnern, die nicht von mir gebaut waren.
Liegt wohl daran dass ich da nicht spare und immer hochwertiges verbaue (Asus, Gigabyte, Abit).
Netzteile sind auch so eine Sache, hier keinesfalls sparen.Ein 350w Enermax oder Tagan ist für jeden normalen PC stark genug und hält sehr lange, verglichen mit "550w" 25€ Netzteilen, die nebenbei lebensgefährlich sein können (Erdung nicht angeschlossen, 250v DC-Kondensator zw. Phase und Gehäuse, natürlich nach kurzer Zeit durchgeschlagen, dadurch stand der ganze PC unter 230v!)
Desinfector
17.03.2006, 23:01
Es muss nicht immer ein Elko sein.
Hauptfeind nach den Elkos ist der Staub.
Legt der sich nett als Matte irgendwo rauf, gibts einen Hitzestau.
CPU's werde heute gut genug überwacht. Andere Bauteile könne aber auch gut Ausfallen:
RAM, Netzteil (hier die Leistungsbauteile), Spanungsregler auf dem MoBo etcpp
Hi,
alte Rechner halten ewig. Also ich habe nur einen einzigen 286 gesehen, der einfach so versagt hatte. Auch bis zum 486 war alles sehr haltbar.
Hauptfeind Nummer 1 ist die Wärme!!!
Alle 7K Temperaturerhöhung halbiert sich die Lebensdauer. Und moderne Chipsätze werden irre heiß. Besonders die Kondensatoren, die am Kühlkörper der CPU kuscheln geben sehr schnell auf.
Staub vermindert die Wärmeabgabe, daher verpasse ich meinen PCs regelmäßig Preßluft. Wenn man keinen Kompressor hat, tut es auch die aus der Dose.
CPU und Gehäuse (genauer Mainboard und Graka) möglichst gut kühlen. Dabei sollte man den Luftstrom der ATX Spec beachten, einfach viele Puster bringen es nicht, auch wenn die im dunkeln leuchten.
Besonders schwachsinnig sind Lüfterregler. Viele bauen da so viele Lüfter ein wie reinpassen, dazu ein Flugzeugcockpit an Reglern und dann wird nach Gehör eingestellt, genauer runtergedreht bis man nichts mehr hört. Die meisten schauen da nur auf die CPU oder dem Mainbordsensor, der nicht alle Komponenten abdeckt. Und die vielen Lüfter rühren dann zaghaft in der Luft rum und stören sich gegenseitig, so daß Hotspots auftreten.
Man sollte auch nicht immer den schnellsten Chipsatz und den schnellsten prozessor verwenden. Das vehältnis Leistung zu Abwärme ist bei denen sehr ungünstig. Sind die erst mal ein paar monate alt, so sinkt der Stromverbrauch und die Abwärme drastisch, da die Technologien bei der Herstellung verbessert wurden. Dafür gibt es dann wieder den nächsten werksseitigen Overclock. Etwas hinterherzuhinken spart nicht nur Geld, sondern auch viel Ärger.
Netzteile sind so eine Sache, schlechte Netzteile geben viel Rippel ab, der die Kondensatoren auf dem Mainboard arg streßt.
Bei meinen Rechnern baue ich für die Festplatten eine Umluft ein. Luft wird hinter den Festplatten angesaugt und durch den Laufwerksschacht nach vorne unter die Plastikabdeckung geblasen. Von dort wandert der Luftstrom zur Ansaugöffnung unten am Gehäuse und wird wieder angesaugt. Das Netzteil hat bei mir immer eine Temperaturregelung und saugt je nach Temperatur mehr oder weniger. Dadurch bleibt die Gehäusetemperatur relativ konstant, die Luft im inneren wird kräftig umgewälzt gegen hot-spots und das angepasste Luftansaugen verhindert frühzeitige verdreckung der Kühlkörper. Ist zwar etwas lauter als viele sich wünschen, dafür aber Solide. Mein Server schafft sogar eine konstante Innentemperatur von 27°C, wärend die Temperatur im keller Zwischen 12°C und 24°C mit der Jahreszeit schwankt.
Hat sich bisher immer bewährt, die alten Kisten von mir werden weitergereicht bis nur noch Schrottwert, keine ausfälle in Sachen CPUs, Boards oder Festplatten. Die Hardware wähle ich natürlich nach eigenen Kriterien aus. Ist aber oft auch das billigste, sofern nicht Netzteil oder Festplatte.
Gruß
Elmar
P.S.:
Wenn ich billigstes meine, meine ich das billigste was der Händler meines Vertrauens als billigstes anbietet. Natürlich nicht irgendwelche dubiosen Internetschnäppchen. Ich kaufe seit Jahren bei Neumerkel Elektronik ein und habe noch nie Schrott angedreht bekommen. Und die sind kaum teurer als Reichelt. Bei teuren Komponenten sind es so über den Daumen 5 Euro mehr. Umtausch geht problemlos im Laden, bei Snogart hat mal ein kollege einen ganzen tag zubringen müssen. Einen halben Tag zum Erwerb eines Rechners und einen weiteren halben Tag zum Umtausch defekter Komponenten.
P.S.:
bei Snogart hat mal ein kollege einen ganzen tag zubringen müssen. Einen halben Tag zum Erwerb eines Rechners und einen weiteren halben Tag zum Umtausch defekter Komponenten.
Davon kann ich ein Lied singen, war da auch mal, hatte nen RAM Riegel falsch gekauft, fast 2h waren da weg!
moin..
Mal wieder mein Tip...:
Ab und an mal den Rechner aufschrauben und damit zur Tanke fahren oder gehen..
Mit Reifenfüller ausblasen...
Wenn man die da kennt, kann man auch ne "Ausblas-Pistole" bekommen oder eine mitbringen.
Ist dann einfacher.
munter bleiben.. :)
Hi,
Unbedingt Preßluft. Aus Kompressor (eigener/Tanke) oder Dose. Staubsauger macht zwar auch sauber, aber erstens nicht so gründlich und zweitens kann da sehr schnell viel statische Ladung entstehen, besonders wenn man mit der Luftströmung die Lüfter drehen lässt. Bei Preßluft passiert das nicht. Also keines falls den Staubsauger benutzen! Im Notfall tut es auch eine gute handbetriebene Grillanzünder Luftpumpe.
Gruß
Elmar
moin..
Mal wieder mein Tip...:
Ab und an mal den Rechner aufschrauben und damit zur Tanke fahren oder gehen..
Mit Reifenfüller ausblasen...
Wenn man die da kennt, kann man auch ne "Ausblas-Pistole" bekommen oder eine mitbringen.
Ist dann einfacher.
munter bleiben.. :)
...Und hoffen,dass die Pressluft kein Wasser enthaelt !
Hi,
Preßluft kann kein Wasser enthalten, da Luft beim komprimieren Feuchtigkeit abgibt und diese beim entspannen wieder haben will. Das Kondensat wird am Windkessel des Kompressors abgelassen. Aber preßluft enthält Öl, wenn es ein nicht wartungsfreier Kompressor ist. Die Warungsfreien machen kein Öl, haben aber dafür einen sehr geringen Wirkungsgrad weil die Kolben nie dicht sind.
Was da manchmal aus der Pistole schießt sind Öltropfen. Mein kompressor macht auch Ölhaltige Luft, aber wenn man vorher die Pistole ausschüttelt kommen keine Tropfen. und der Ölfilm leitet keinen Strom, kann aber Plastik spröde machen. Aber meinem PCs hat das in 6 jahren noch nie geschadet. Der Server ist 6 Jahre alt und wird regelmässig ausgepustet mit der ölhaltigen Luft. Auch die Plastiklüfter sind noch einwandfrei.
Gruß
Elmar
bei meinen inzwischen zwei Stück zerschossenen Mainboards war imme das Netzteil die Ursache.
Diese Dinger sind äußerst knapp dimensioniert, auch ist dort schnell mal ein Wärmestau drin. Weil eben alles bis in den letzten Millimeter zugebaut ist.
Das bissel Lüfter macht hier speziell im Hochsommer nichts.
Desweiteren passiert so allerhand unangenehmes für das Board, wenn im NT nur ein o815 bauteil aus der Reihe tanzt.
Geplatzte Elkos oder welche mit dicken backen hatte ich noch nicht gesehen.
Robert-1
Baust du deine Mainboards selber? 8-Lagen Multilayer und Quattro-Prozessorfähig?
Dann bestell ich schonmal eins.
Gruß Tippfix
scheint langsam draußen wärmer zu werden ....Sonne gibt sich Mühe hier.
bei mir kriegen die MBs hoechstens alle paar Jahre mal eine Staubsaugerspitze zu sehen - das muss reichen.
Das einzige MB, welches ich mal gehimmelt habe (ein 386er), lief so 1-2 Wochen nackend und plan aufm Teppichboden, bis irgendwer mal zuviel Ladung beim Betreten meines 'geheiligten Raumes' verursachte:D
Welche Spannungsschwankungen sind bei einem NT eigentlich vertretbar?
Bei meinem NT hatte ich auf dem 3.3V Ausgang Abweichungen von bis zu 10%
(abwechselnd 3.0 oder 3.6 bis fast 3.7V)
Ich vermute auchmal stark, dass das zu den komischen Abstürzen geführt hat. Eine Zeitlang ist mein Rechner einfach mittendrin stehengeblieben, oder der Grafiktreiber hat einen Reset der Grafikkarte angezeigt. Wahrscheinlich haben die Spannungsschwanken den AGP/ PCI-Bus durcheinandergebracht. Nur: Wir bringen solche Schwankungen Bauteile um?
Mal als Szenario: Ein Chip erhält an einem Eingang 3.3V; die Versorgungsspannung ist nahe dem IC mit einem Elko gepuffert; nun springt die Spannung auf einmal wegen einer Schwankung im NT von 3.3 auf 3.7V; die Versorgungsspannung bleibt noch einen Moment auf 3.3V da sich der Elko nicht so schnell lädt -> IC tot weil der Strom sich umdreht und irgendwelche Übergänge zerschiesst...
Hi,
vergiss den Spannungsmonitor des Boars. Geringe Lastschwankungen und damit Spannungsänderungen sehen da immer Wilder aus als sie sind.
Es geht darum, wofür die Kondensatoren sind. Schwingungen, Brumm und anderer Rippel auf der Leiitung. Den entfernen die in dem die sich ständig auf- und entladen. bei starken störungen fließt auch ein starker Strom durch den Elko, der ihn thermisch und chemisch belastet. und dadurch altert der dann schneller. Denn alle 7K...
Gruß
Elmar
Beim Ausblasen mit Pressluft sollte man allerdings beachten, dass man die Lüfter nicht zulange zuschnell drehen lässt. Geht auf deren Lager.
Also mim Finger festhalten und/oder nicht alzustarken Luftstrom draufgeben..
Hi,
ich steck die Pistole in den Lüfter und drehe den Lüfter mit der Pistole. Nur so kann man den Kühlkörper selber gründlich ausblasen und man gefärdet den Lüfter nicht.
Aber ist ein witziges geräusch, wenn man voll in einen alten Lüfter reinhält. Besonders die mit Lagerschaden klingen manchmal irre. :D
Gruß
Elmar
So kann man kleinen.. ähh... falsch, auch großen Kindern eine Freude machen! ;-)
Hi,
apropos Preßluft und Lager... Kennt ihr Lagerschießen? Kugellager auf die Werkbank legen und den inneren Ring mit Preßluft auf touren bringen. Titscht man jetzt das Lager mit einem Schraubenschlüssel außen an, geht der Spaß los! Allerdings sollte man nur WENN ÜBERHAUPT(!!!) nur kleine Lager verwenden und die nicht doll auf Touren bringen. Die Dinger gehen nämlich ab wie Gewehrkugeln. Wo das Lager hinfliegt kann man nicht kontrollieren und bei großen Lagern und/oder hohen Drehzahlen gibt es schnell Verletzte!
Gruß
Elmar
Wirehead
20.03.2006, 23:14
Haben wir im betrieb auch immer gemacht...
Entfetten, mit wd40 ölen, innenring hochlaufen lassen, schmutz reinwerfen und weg sind se.
Wenn die auf dem boden funken schlagen dann reichts :D
Ein Altgeselle hat mir erzählt das sich ein Stift damit die hand gebrochen hat,
Großes lager genommen innenring auf touren gebracht und bevor er es wegwerfen konnte hatte das teil gefressen und hat seine hand ne halbe umdrehung mitgenommen. das hat gereicht...
Also vorsicht...
Aber ab so 60er ausendurchmesser braucht man sowiso unnormale luftmengen.
Hi,
ja, mit ne Sandstahlpistole reinhalten macht auch laune, wenn das durch saubere Preßluft angelaufen ist. Bei vielen Sandstrahlern kann man den Sand ja beliebig zuschalten.
Aber wie gesagt, hochgefährlich!!!
Gruß
Elmar
Hi,
also wenn Du das noch nicht mal vorstellen kannst, solltest Du das lassen. Die Folgen dieses tuns kannst Du Dir dann bestimmt nicht vorstellen!
Sorry, aber wenn einer noch nicht mal eine Waffe laden kann, sollte er auch nicht damit schießen. Das "Lagerschießen" ist praktisch eine Schußwaffe!!!
Gruß
Elmar
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