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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 128 - polige Wechselschaltung??



MarcelP
11.05.2006, 10:00
Moin Moin,
Ich arbeite in einer Kabelkonfektionierung. Die produzierten Kabelbäume werden mit Hilfe eines Prüfbretts auf richtige Verlegung und Funktion geprüft. Da unsere Auftragslage (zum Glück) sehr gut aussieht benötigen wir einen zweiten Prüfplatz. Nun tut sich folgendes Problem auf:
Für den ersten Prüfplatz kauften wir einen Prüfrechner. Da das zweite Prüfbrett haargenau identisch mit dem schon vorhandenen Prüfbrett ist möchte ich nun so eine Art "Wechselschaltung" basteln, die ein hin und herschalten der beiden Prüfbretter an diesem einen Prüfrechner ermöglicht, um nicht einen zweiten (sehr teuren) Prüfrechner kaufen zu müssen.
Die Fakten:
Ein Prüfbrett hat 128 Kontakte. Diese werden alle vom Prüfrechner getestet.
Der Plan:
Ich dachte Relais zu bestellen, die mit Wechslerkontakten ausgestatten sind. So müsste ich z.B. 43 Relais a 3 Wechsler, zwei Taster und ein entsprechendes Netzteil kaufen. In der Theorie wird dieses Funktionieren, in der Praxis allerdings sehr groß werden ...
Habt Ihr vielleicht eine elegantere, praxisnahe und trotzdem nicht zu teuere Lösung ??
Vielen Dank für eure Bemühungen
MarcelP.

Rudo
11.05.2006, 10:09
Hi,
Relais sind schon o.k., es gibt doch auch ganz kleine Dinger (z.B. P2 mit 2*UM), oder macht ihr auch eine HV-Pruefung am Kabelbaum?

MarcelP
11.05.2006, 10:42
Ui, das war schnell ...

Nein, es erfolgt keine HV - Prüfung.
Danke !!

Bernd
11.05.2006, 11:19
32x 4066 ?

Rudo
11.05.2006, 11:33
als naechstes muesstest du die maximale Testfrequenz des Automaten rauskriegen - vielleicht im Manual? oder selbst messen mit oszi.
Wie sieht der Stecker aus fuer die Verbindungen oder sind es Klemmen?

MarcelP
11.05.2006, 11:33
32 x 4066: Aber dieser Baustein (HFC?) hat nur Schliesser ...

Ich könnte also ein Prüfbrett "abschalten", das zweite aber nicht zuschalten. Gibt es vielleicht einen ähnlichen Baustein, der mit Wechslern ausgestattet ist oder eine möglichkeit, das Umschalten mit 4066 zu realisieren? (Solche Geschichten waren schon in der Berufsschule nicht meine Stärke ...)

Danke,
MarcelP.

Rudo
11.05.2006, 11:49
fuer einen Wechsler brauchste dann 2 Schliesser, es gibt aber auch ICs, die das schon so drin haben. Halbleiter koennen aber den Testautomaten vielleicht stoeren, weil sie noch etliche Ohms beim Durchschalten haben.
Das P2-Relais ist nur 15*7mm gross und hat 2*UM.

edgar
11.05.2006, 12:05
Solide Elektromechanik, gut,servicefreundlich aufgebaut,mit 4 UMSchalter pro Relais,braucht zwar etwas Strom , bringt aber keine Nebeneffekte.:)


Silberkontakte

Robert_1
11.05.2006, 16:02
Um welche Spannungen/Ströme/Frequenzen gehts?
Cmos-Analogschalter sind empfindlich (ESD!Auch an den Teststeckern!) und hochohmig, dafür aber auch für hohe Frequenzen brauchbar.
Relais gibts so bis 8x um relativ kompakt (allerdings dann nur 50v/1A) und bezahlbar, robust (klar) aber HF-Tauglichkeit eingeschränkt, zudem pro Relais mal 200-800mW Verlust.Nimm mal 24v-Relais, die sind oft etwas empfindlicher und v.a sind 24v-Schaltnetzteile im gewünschten Leistungsbreich billig, zum Anderen läuft die Testanlage warscheinlich ohnehin mit 24v, vielleicht reicht die Netzteilleistung dafür noch.
Ich würd alle paar Relais über die Spule ne halbwegs solide schnelle Diode (MUR120) und einen 100n-Kondensator schalten, die Zuleitung prophylaktisch mal durch nen Ferittring, man weis ja nicht was man da eftl. für Störungen reinbringt.

Winne
11.05.2006, 18:48
Stimme da Edgar zu. Robuste Relaises sind hier das einzig Wahre,
am Besten noch mit Schaltzustandskontrolle der einzelnen Kontakte :binary:.

Sonst mutiert der Prüfstand zum Fehlersimulator und du erreichst nur zwei funktionsunfähige Prüfplätze.:confused:

Anatec
11.05.2006, 20:28
wenn ein Prüfcomputer davor sitzt bleibt eigendlich nix anderes wie Relais. Solche Kabelmeßautomaten arbeiten extrem niederohmig um alle Klemmfehler zu erfassen. Man kann die zwar bis in den Ohmbereich hochkalibrieren, aber auch da reagieren sie auf Abweichungen von wenigen Ohm. Um solche kleinen Widerstände zu erfassen werden im Automaten elektronische Schaltungen ähnlich der Wheatstonschen Meßbrücke eingesetzt. Da wird jeder Halbleiterübergang versagen.
Wir hatten in der Firma auch solch einen Kabelbaumprüfer von "Dynaperg" ich vermute das die Dinger auch heute nicht viel anders arbeiten.

73 Gerd H

walifogel
16.05.2006, 19:37
Ich würde noch empfehlen nicht alle Relais gleichzeitig um zu Schalten, sondern gruppenweise, das reduziert den Umschaltstrom und Störungen erheblich.(Auch Relais sind Induktivitäten)

Außerdem entsteht beim ausschalten eine nicht geringe Selbstinduktionsspannung!!!

Auch mal überlegen ob man diese nicht in einem Kondensator speichern könnte, für die nächste Umschaltung.???

Ein Buffer-Elko vor den einzelnen Relaisgruppen würde den Impulsstrom auf den Zuleitungen minimieren, was wiederum die Störungen senkt.

MfG walifogel

Robert_1
16.05.2006, 19:58
Also wirklich, die Energie zurückgewinnen?Warum denn?
So wie ich es lese wird vielleicht einmal alle 10-30s geschaltet, was solln das dann?
Einfach alle Spulen parallel, bei jeder 5ten ne Diode drauf und paar Kondensatoren drüber verteilen.
Dann mit verdrillter Leitung an den Schalter und von da aus ans Netzteil.Warum irgendwie anders machen?
Vermutlich nutzt man eh ein seperates (Schalt)netzteil für die Relais, dann stört die Stromaufnahme bzw. deren Änderung das Testsystem sicher nicht.

Ach ja, genehmige dem Gehäuse einige Lüftungslöcher...
Und lass 5mm zwischen den Relais frei, werden doch warm wenn man so eine große Menge direkt nebeneinander in ein geschlossenes Gehäuse packt.

walifogel
16.05.2006, 21:17
Warum ? Weil es spaß macht etwas zu erfinden was ein ander noch nicht gemacht hat.

Aber du hast wohl recht, zu umständlich.

Ach ja ein Schaltnetzteil ist nicht für große Impulsleistungen Konzipiert. Besser ist ein Trafo und Kondensator.

Außerdem sollte man den Einschatstrom der Relais berechnen damit der Schalter nicht nach einer Zeit Abbrennt.

Und man kann noch den Schltstrom, mit einem `R` nach dem Einschalten, auf den Haltestrom reduzieren, was die Verbratenen Leistung stark verringert und die Selbstinduktion beim ausschalten, auch.

wf

Robert_1
16.05.2006, 22:22
Hallo,

erstens haben Relaisspulen keinen "Einschaltstrom" sondern einen langsam ansteigenden Strom (ist ja Gleichstrom, der Endstrom steht durch den Wicklungswiderstand fest und die Induktivität spilet nur für die Anstiegszeit eine Rolle) und zweitens kann und wird jedes Netzteil eine Last betreiben, die aus dem Leerlauf angeschaltet wird und unter dem Maximalstrom liegt.
Zudem ist eine Rückgewinnung der minimalen LI²-Energie äusserst aufwändig, man bräuchte eine FET-Vollbrücke und vor allem einen sehr großen Kondensator um nicht über die Nennspannung des Netzteils zu kommen.
Durch die Verluste der Vollbrücke und den Kondensatorleckstrom geht viel mehr verloren als man je zurückgewinnt.
Ja, man kann im "Betrieb" den Strom zurückfahren, man kann sehr vieles machen.Frag mich nur ob der OP eine äusserst aufwändige teure und große Schaltung haben wollte oder einfach ein paar Relais mit einem Schalter und einem Netzteil verbinden.

elmar
16.05.2006, 22:27
Hi,

hat das Ding denn wirklich so viele kanäle? Meist sind es weniger und verschiedene Anschlüsse für evrschiedene Tests sind einfach parallel.

Alternative, funktioniert recht gut und macht keine Störungen sind Reed Kontakte. Das sind glasröhrchen, die einen Kontakt innen haben. Wirkt ein Magnetfeld ein, so wird der Kontakt geschlossen. Hat man nicht allzuviele, so kann man die mit einem einzigen, starken magneten bedienen. So kann man also durch einstecken des magneten bestimmen, welcher Arbeitsplatz aktiv ist. Und ein magnet für beide Plätze verhindert wirkungsvoll, dass beide gleichzeiitig in Betrieb gehen können. Reed kontakte sind sehr schlank und verhalten sich wie ein Relais, bur brauchen die keinen Strom zum schalten, nur ein magnetfeld. So vermeidet man sogar die Notwendigkeit einer Betriebsspannung.

Gruß
Elmar