Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Lohn der Mühe
mamalala
21.05.2008, 01:56
Hallo alle zusammen,
so, die erste einigermaßen ordentliche Platine ist fertig.
Vielen Dank an alle hier die mir dabei mit ihren Tips und Ratschlägen geholfen haben!
Anbei zwei Bilder davon, in groß unter http://mamalala.org/THP/digi3.jpg und http://mamalala.org/THP/digi4.jpg
Ist zwar noch nicht perfekt, aber durchaus zufriedenstellend. Handgebohrt mit Video-Hilfe, Laminiert per Hand (lediglich das Lötstop-Resist wurde zusätzlich mit dem Lami fest draufgepresst). Die Platine hat 70µ Kupfer, alle DuKo's sind einwandfrei, mittels Carbon-Lack als Basis vor dem galvanisieren hergestellt.
Jetzt müßte nur noch der Proxxon Bohrständer genauer sein, und vor allem einen Automatik-Vorschub haben. So muss ich immer mit einer Hand umgreifen um den Hebel zu bedienen, was natürlich zu Lasten der Genauigkeit geht. Man verrutscht halt doch immer ein wenig.
Also nochmal, vielen Dank für eure Hilfe,
Chris
Andy_KEH
21.05.2008, 12:00
Herzlichen Glückwunsch, ein super Ergebnis!:)
Ich lese hier schon seit einiger Zeit sehr interessiert mit. Durch diese Verteilung auf die viele Threads und Links, von denen einige leider gar nicht mehr funktionieren, ist es für einen Neueinsteiger ziemlich schwierig das Thema zu verfolgen. Könntest du vielleicht dein Endergebnis mal zusammenfassen? Der Carbonteil ist ja eh schon mit Bildern super dokumentiert; mich würden aber die Details zur Galvanik sehr interessieren. (Mechanischer und elektrischer Aufbau, Chemie und deren Handhabung, Zeiten.....)
Wäre sehr nett, wenn du das mal zusammenfassen könntest.
Hallo Chris,
auch von meiner Seite Glückwunsch. Mit Lötstopp und verzinnt sieht das ja
richtig edel aus. Wenn du mal Langeweile hast, kannst du ja mal das
Direkt-Toner-Verfahren probieren, um noch einen Bestückungsaufrdruck
(wozu soll der eigentlich gut sein?) hinzukriegen.:D
Mein Proxxon-Bohrständer läuft eigentlich sehr präzise (keinerlei Spiel). Denke
nicht, dass dies bei deinem prinzipiell anders ist. Am Vorschub arbeite ich auch
immer noch, lerne gerade Riemenscheiben zu fertigen (öfter probieren).;)
Gruß,
guidob
mamalala
22.05.2008, 10:48
Hallo Andy und guidob,
Andy: Ja, ich werde die Tage mal was zusammenschreiben für den gesamten Prozess. Kann aber noch was dauern da ich recht viel zu tun habe im Moment.
guidob: Kann sein das der meinige einfach schon zu ausgenudelt ist. Der ist relativ alt und sehr, sehr viel benutzt. Er wackelt ca. 0,3 - 0,4 mm links/rechts, was ich aber schon etwas abmildern konnte (Den dünnen Stahlstift neben dem Höhenanschlag mit Kupfergalvanik dicker gemacht). Dann wackelt er auch minimal nach oben/unten, weil das halt nur eine Aluhalterung ist. Da ist dann jetzt etwas Spiel drin. Da ist ein wenig Luft zwischen der dicken Stahlstange hinten und den großen Löchern in der Halterung/Mechanik.
Ist zwar alles nicht viel, aber auf Dauer halt ärgerlich.
Auch ein anziehen der kleinen Innensechskantschraube bringt nicht mehr viel, da die schon fast am Anschlag ist. Etwas mehr und das ganze Teil ist fest, also garnicht mehr beweglich.
Aber damit kann ich leben im Moment, zumal ja eine kleine CNC für's Bohren kommt, dauert halt noch etwas. Bis dahin muss ich halt mit dem Bohrständer leben.
Zum Thema Bestückungsaufdruck: Also mit Toner werde ich das sicher nicht machen, das ist mir einfach zu suspekt. Auch dürfte die Haltbarkeit eher bescheiden sein. Wenn, dann kommt ein kleiner Siebdruckrahmen her. Soll ja schließlich alles Ordentlich sein ;) Zumal man den Bestückungsaufdruck meistens nicht 1:1 aus Eagle übernehmen kann, da oftmals was bis auf die Pads hin gezeichnet ist. Oder es stehen Bauteilwerte/Nummern so das Teile davon auf den Pads sind. Das muß man vorher erstmal freistellen, denn bedruckte Pads sind meist schwer lötbar.
Schöne Grüße,
Chris
Hallo Chris,
das "Gewackel" ist natürlich ärgerlich, macht letztendlich aber nichts, da beim
Bohren ja keine seitlichen Kräfte auftreten. Du solltest mal sehen wieviel
Spiel mein CNC-Bohrer hat (ein Grund einen neuen zu bauen), er bohrt aber
sauber.
Den Bestückungsdruck habe ich nicht ernst gemeint, auf sowas lege ich wenig
Wert. Falls du es probieren möchtest, soll ja angeblich das Tentingresist auf
dem grünen Lötstopp gut wirken.
Die Stahlachse zu verkupfern ist schon eine harte Idee.:) Aber anders rum geht
es ja mal wieder nicht, da die Führung durch die Messingkugel erfolgt. Und das
wäre ja mal wieder eine nette Herausforderung: Wie bohre ich (seeehr sauber)
eine Messingkugel?
Gruß,
guidob
mamalala
22.05.2008, 19:19
Hallo guidob,
ja, das ist so eine Sache. Bei kleinen Bohrern macht das nicht viel aus, aber größere Durchmesser, so ab 2mm aufwärts, da kanns schon ein wenig verreissen. Jenachdem wie der Bohrer halt aufkommt.
Und seitlich wackeln tut man sehr wohl bei dem Proxxon: Wenn man den Hebel bedient.
Sei's wie es ist, momemtan kann ich damit leben. Noch treffe ich die Via's ausreichend mittig. Ist halt nur nicht schön anzusehen ;) Aber eine kleine CNC kommt ja auch in den nächsten 2-3 Monaten. Muss mir sowas ja bauen lassen da ich selber ein Totalversager bin wenn es um mechanische Sachen geht.
Gib mir eine Feile und ein Stück Metall, und du bekommst Eisenfeilspäne von mir. Nicht vom Metallstück, sondern von der Feile....
Grüße,
Chris
Andy_KEH
21.07.2008, 13:38
Hallo mamalala, hast du inzwischen schon mal etwas Zeit gefunden für die Dokumentation?
Was mich vor allem interessieren würde ist das Rezept für das Galvanikbad und wie der Behälter aussehen sollte. Eher flach wie eine Ätzküvette oder Aquariummäßig? Wohin kommen Plus und Minuspol der Stromquelle? Welche Badtemperatur hast du gewählt?
Fragen über Fragen - ich bin halt totaler Anfänger was die Galvanik betrifft ;)
mamalala
21.07.2008, 14:04
Hallo Andy,
leider hab ich im Moment kaum Zeit etwas anderes zu machen ausser für meinen Lebensunterhalt zu sorgen.
Das Galvanikbad von mir hat folgende Zusammensetzung:
1700 ml H2O destilliert
490 ml Schwefelsäure 38% (Batteriesäure)
280 gr. Kupfersulfat
300 mg. Kochsalz
1 ml Tween 20
Das Bad sollte Hochkant sein. Mein Behälter ist 20cm breit, 10cm tief und 16cm hoch. Das wird im Bauhaus als "Windlicht" verkauft und ist aus Glas.
Die Kupferanoden kommen an +, die zu galvanisierende Platine an -. Mit einem Amperemeter die Stromstärke im Auge behalten. Mit geringem Strom (ca. 500 mA) anfangen und langsam erhöhen. Ich benutze ca. 8 Ampere maximum.
Darauf achten das die Kupferanoden wirklich sauber sind, sonst gibt es auf der Platine und in den Löchern Kupfernadeln, die sich um den abgeschiedenen Dreck bilden. Im Zweifelsfall die Anoden in ein dichtes Baumwolltuch einpacken. Was sehr sauber ist sind die Kupferrohre aus dem Baumarkt, die zum Wasserleitungen verlegen. Davon passend lange Stücke abschneiden, und diese dann an ein querliegendes Kupferrohr löten. Die Lötstellen sollen natürlich nicht im Bad sein.
Natürlich müssen zwei Anoden her, eine für jede Seite. Die Platine muss im Bad immer bewegt werden, damit die Löcher immer mit frischer Lösung durchspült werden, und auch damit dort keine Luftblasen bleiben, die ein verkupfern verhindern würden.
Mit dem Graphitlack bildet sich nach wenigen Minuten eine geschlossene Kupferschicht an den Lochwänden. Der Lack sollte möglichst dünnflüssig sein beim Einbringen, sonst wird der Lochdurchmesser unnötigerweise mehr verkleinert als gewünscht. Zum verdünnen benutze ich Ethanol. Man muss dan relativ schnell arbeiten, da der Alkohol sonst verfliegt und der Lack wieder dicker wird. Ich stelle ihn auf die Konsistenz einer dünnen Bratensoße ein.
Nach dem auftragen des Lacks und leersaugen der Löcher die Platine dann mit einem Ethanolgetränkten Lappen abwischen, aber nicht zuviel Druck sonst bleibt kein Lack mehr an der Lochwand in der Kupferfläche. Dann backen und danach ggf. mit feinem Schmirgelpapier die letzten Lackreste entfernen. Ab ins Galvanikbad, fertig.
Grüße,
Chris
Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis. Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, seit der letzten Sammelbestellung des Carbonlacks einen neuen Versuch zu starten. Ich hoffe, dass ich im Winter mehr Zeit finden werde.
Viele Grüße
gigal
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