Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verzinnungsrückstände
Import-Script
17.11.2003, 10:01
Ich habe eine Weile herumgesucht, wie ich einfache, hobbymäßige Platinen am besten verzinnen kann. <BR> <BR>Auf Sur-Tin bin ich erst hier im Forum gestoßen, ist mir aber eigentlich auch etwas zu aufwändig mit den drei Komponenten. <BR> <BR>Das Seno-Zeug mit nur einer Komponente hat bei mir irgendwie gar nicht funktioniert. <BR> <BR>Als dann die Heizungsmonteure da waren, kam mir die Idee, es doch mal mit Verzinnungs-Lötpaste zu probieren - prima Sache! Leiterbahnen mit einem Pinsel dünn einpinseln, bei etwas volleren Platinen dann einfach die ganze Platine dünn einsauen. Platine auf eine hitzefeste Unterlage und mit der Lötlampe drüberwedeln; nicht schusseln, sonst wird das Epoxi braun. Hinterher mit der Messingbürste die überflüssigen Zinnperlen abbürsten. <BR> <BR>Nun mein Problem: Kennt sich noch wer mit dieser Paste aus? Auf Platinen ist ja alles einfach, ich habe jetzt aber mal etwas anderes damit gelötet, wo ich mechanisch nicht zum Putzen drankomme. Weiß jemand, mit welchem Lösemittel ich die Pasten- und Flussmittelrückstände lösen kann? Spiritus als Standard-Defluxer hat nicht funktioniert. <BR> <BR>Oh, ist doch etwas länger geworden. Sorry. <BR>Schöne Grüße, <BR>Matthias
Import-Script
17.11.2003, 10:16
@Matthias <BR>Vorsicht mit dem Klempnerlötzeugs. Das ist oft säurehaltig und es enthält ne Menge Blei. Da würde ich erst mal beim Hersteller der Paste schauen, was da drinn ist. Wenn du dir gelötete Cu Heizungsrohre nach ner Weile anschaust, kannst du sehen wie die an der Lötstelle grün werden. <BR>Die Rückstände kannst du nur mit heißem Wasser und Bürste entfernen, das sind Salze. <BR> <BR>Wenn SENO bei dir nicht funktioniert, liegts nur daran, das auf deiner LP schon wieder Oxid ist. Frag mal Andreas nach seiner Ätzmischung, in die legst du die zu verzinnende Platte für nen Moment rein, spülst sie ab und dann ins SENO. So klappt das auch. <BR> <BR>Gerd H <BR>
Import-Script
17.11.2003, 10:34
Tja, mit dem Seno-Zeug - ich war seinerzeit frisch mit dem Poliblock drüber... <BR> <BR>Das Klempnerzeug ist von der Metallmischung her schon o.K. - Sn60Pb, die Bestandteile des Flüssiganteils sind leider nicht aufgeführt. Säurehaltig dürfte es wirklich sein, es sind jedenfalls so lustige Warndreiecke mit angefressenen Händen drauf... <BR> <BR>Schönen Dank schonmal! <BR>Matthias
Import-Script
17.11.2003, 11:23
@Matthias, <BR>Poliblock reicht oft nicht aus. Hatte mich gerade mal mit dieser Materie beschäftigt. Das SENO arbeitet passiv galvanisch. Genau wie Sur - Tin. Der Chemiker sagt, die Oberfläche muß erst aktiviert werden. Im einfachsten Falle eben mit verdünnter Schwefel oder Salzsäure + Stabilisator. Bei Sur - Tin hast du das alles dabei, da gibts damit keine Probleme. Bei SENO mußt du die Aktivierung selber vorschalten. Leider schreiben sie das nicht in der Bedienungsanleitung. Allein schon das entfernen des Ätzlackes mit Alkohol versiegelt dir die Oberfläche einwenig. Kannst ja auch mal unter "Galvanisieren" googeln, da steht so einiges, wie Oberflächen entfettet, gereinigt und chemisch aktiviert werden. <BR> <BR>Gerd H
Import-Script
17.11.2003, 12:40
Ein Kollege sagte mir mal, das ginge wunderbar, wenn man mit dem Poliblock _in_der_Schale_mit_dem_Zeug_ drüber geht, also unter Flüssigkeit, damits gar nicht erst wieder oxidieren kann. <BR> <BR>Gruß, Michael.
Import-Script
17.11.2003, 13:04
Dann nimm aber bitte eine Flüssigkeit, doe nicht gerade H2O heisst... - unpraktikabel - Nimm SUR-TIN oder sowas und dann geht das schon. <BR>Weiss zwar der Geier, was die Allchemisten da alles ´reingebraut haben, aber es hat wohl seinen Sinn. <img src="http://progshop.com/elektronik/diskussion/clipart/smile.gif" border=0>
Import-Script
17.11.2003, 14:05
O.k., danke Euch. <BR> <BR>Bei "Grobmotorik"-Platinen bleib' ich erst mal beim Klempnerzubehör, aber bei den etwas feineren werd' ich dann mal Sur-Tin probieren.
Import-Script
27.11.2003, 23:11
Sur-Tin ist nichts spezielles, das gibt es seit den 1970ern. Wie schon mal gepostet, besteht es aus Schewefelsäure, Zinnsalz und Reduktionsmittel. Eine Vorbehandlung in Schwefelsäure oder _kalter_ (!) Persulfatlösung ist gut. Noch besser ist, die verzinnte Platte nachher mit _heißem_ Wasser zu spülen und zu polieren. Die Idee, innerhalb des Zinnbades mit Poliblock zu arbeiten, werde ich mal ausprobieren, klingt gut...
Powered by vBulletin® Version 4.1.12 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.